Trendforecast AW2017-18

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Sonnabend 21.01.2017
12:06 Uhr

Über das Event

Die erste Berlin Fashion Week des Jahres 2017 ist vorüber. Man sah viel neues, viel gleichgebliebenes, begegnete neuen Designern und neuen Kooperationen. Ein Resümee der bevorstehenden Trends für den Herbst/Winter 2017-18.

An aller erster Stelle stehen die Damenanzüge. Dreiteiler sind fast nicht mehr wegzudenken und kamen in jeder Art und Weise auf der Berlin Fashion Week vor. Ganz in Schwarz, mit weitem Bein, als Smoking-Verschnitt, bunt gemustert, stark tailliert oder körperfern von Schulter bis Fuß. Die Konzentration auf die stark feminine Interpretation des Tailorings sah man bei Odeeh, Dawid Tomaszewski x Aryton, als auch bei Marina Hoermanseder und William Fan. Jeder interpretiert ihn auf seine eigene Weise. Ein starkes Zeichen für unsere heutige Zeit und die bewusste Rückbesinnung, als die Frauen um ihre Rechte kämpfen mussten und Yves Saint Laurent Ende der 60er mit seinem Damen-Smoking eine Bewegung revolutionierte – wir befinden uns wieder im Aufbruch.

Recht untypisch für den Winter war eine Farbkombination, die uns ebenfalls immer wieder auf den Laufstegen begegnete: Pink und Rot/Bordeaux. Eine Kombination, die früher als verpönt galt und heutzutage für Begeisterung sorgt. Wieder trifft man auf das Thema Feminität, da das Pink eindeutig für das weibliche Geschlecht steht und gleichzeitig eine sehr positive Farbe ist. Der Ton kam oft als metallisch glänzendes Element vor und war besonders bei Malaika Raiss, aber auch bei William Fan und Marina Hoermanseder vertreten.

Ein direkter Link auf den nächsten Trend, der sich aber schon länger in den Kollektionen auf der ganzen Welt widerfindet: Glanz & Metallic. In nahezu jeder Kollektion musste es auch ein bisschen schimmern und strahlen, ob Hosen, Röcke, Jacken oder Kleider, ob metallische Fäden, Pailetten oder beschichtete Materialien und Seide. Wir sagen, die späten 80er /Anfang 90er sind noch in den Köpfen, the Party never stops. Zu sehen bei Perret Schad, Michael Sontag, Lena Hoschek, Odeeh und vielen mehr. Marc Cain widmete fast die gesamte Kollektion dem Thema Stilbruch "Party Glam vs. Sportlichkeit".

Kurze Zeit hat es abgeebbt, nun sind wir wieder bei einem Lieblingsthema der Mode, dem Layering. Besonders gern zieht man Hosen unter Röcke und Kleider, aber auch Pullover, Tshirts oder Hemden unter Camisolen und eben solcher Kleider. Einzelteile sind fast nie auf den Laufstegen zu sehen. Wickelröcke werden über Mäntel gezogen, Jäckchen unter Kleider. Alles was man sonst eher für drüber trägt, ist jetzt gern unter den Kleidungsstücken. Das nackte Bein scheint sehr unbeliebt zu sein, was für den Winter gar nicht schlecht ist. Denn eine Hose unter einem passenden Rock, sieht sehr adrett aus und hält auch noch warm, wir kennen das bereits aus den 90er Jahren. Gesehen bei Schumacher, Odeeh, Marina Hoermanseder und vielen mehr.

Als letzter sehr auffälliger Trend für den Winter 2017-18 sieht man auch eine beliebte 90er Jahre Bewegung: Neo Romantik. Erstaunlicherweise sind die Deutschen Designer dieses Jahr weniger minimalistisch, geradlinig und funktional. Man sieht wieder viele Rüschen, viele verspielte Elemente, Drapierungen, schwarze lange Kleider aus Spitze im Layering, aber auch viel Samt, wie auch ausgebrannter Samt. Florale Muster verzieren im All-Over Jacken und Mäntel. Es ist ein Mix aus romantischer und starker Feminität. Gesehen bei Laurèl,  Antonia Goy, Odeeh und Philomena Zanetti.

Weiterhin gibt es noch einzelne Trendbewegungen, die bei dem einen oder anderen Designer aufgenommen wurden. So beschäftigte sich Marina Hoermanseder besonders mit dem Thema "Fetisch", packte Lack, sowie Bondage Elemente aus, kreierte Cornrows auf den Köpfern der Models und spielte dazu "Gangster's Paradies" und widmete diesem taffen Look eine gesamte Kollektion. Andere gaben der Rückbesinnung eine größere Bedeutung. Ivanman zeigte perfekt geschnittene Herrenanzüge, die mit Schnittmarken verziert sind. Eine Hommage an die Anfänge eines Designers und ein Aufschrei gegen das Erwachsenwerden.

Alles in allem ist ein Recyceln der Trends typisch für die Mode, jeder Trend erscheint irgendwann wieder. Festzusetzen sind die Trends für den Winter 2017-18 ganz sicher jedoch bei den Elementen der Frauenbewegung und der Rückkehr der späten 80er, Anfang 90er Party Glam Revolution a la Madonna. Wir erinnern uns gerne und suchen passend zu den gesellschaftlichen und politischen Bewegungen wieder Themen aus, die uns damals Halt gegeben haben und Spaß machten. In diesem Sinne freuen wir uns auf einen wild selbstbewussten, kommenden Winter.

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von links: Malaika Raiss, Perret Schad, Odeeh, Dorothee Schumacher, Marina Hoermanseder